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Sonntag, 18. September 2011

Hue - Ab in die Mitte

Heute war wieder Transfertag, daher gibt es nicht viel Spannendes zu berichten. Um neun ging es mit der bekannten Minibus-Fähre-Minibus-Reisebus-Kombi zurück nach Hanoi. Dort haben wir das Französische Viertel besichtigt - sehr schön mit tollen Kolonialbauten, im Gegensatz zur Altstadt mit viel Platz (man kann auf den Bürgersteigen gehen!) und um einiges sauberer. Und wir haben eine Wahnsinns-Eisdiele gefunden: Fanny Ice Cream am Hoan Kiem See; es gab Eis-Sushi und Chili-Eis. Yummi! :-)

Außerdem gab es heute noch Kultur! Wir haben das Hoa Lo-Gefängnis besichtigt, laut Reiseführer "das Schlimmste, was Frankreich Vietnam angetan hat". Und es war wirklich sehr bedrückend. Hier wurden die Häftlinge in engen dunklen Zellen mit Fußfesseln an den Boden gekettet. Damit waren sie unfähig sich zu bewegen und das teilweise jahrelang - sofern sie nicht gleich auf der Guillotine gelandet sind.

Abends hieß es ab zum Flughafen. Und da wir ja Traveller-Sparfüchse sind natürlich mit dem Airport-Minibus. Und damit zur Frage des Tages: Wie viele Menschen passen in einen Minibus? Es waren 17!!!
Kurz nach 20 Uhr ging es mit dem Flieger nach Hue (Zentralvietnam). Hier haben wir direkt ein schönes und sauberes Hotel entdeckt, sogar mit Internetrechner auf dem Zimmer. Und nun gehen wir schlafen. :-)

Reisetipps:
Der Flughafenbus fährt vom Vietnam-Airlines Büro in der Quang Trung Ecke Trang Thi, nah der Südwestecke des Hoan-Kiem-See ab, 2$ pro Person.
Direkt in der Nähe ist auch die Fanny Ice Cream Filiale (48 Le Thai To), der richtige Ort um auf den Bus zu warten :-)

Dienstag, 13. September 2011

Durch die Nacht - von Hanoi nach Sapa

So, nun liegen wir im Nachtzug nach Sapa. Ziemlich bequem eigentlich, wenn man bedenkt dass das Eisenbahnnetz im Wesentlichen aus der Kolonialzeit stammt (ok, es rumpelt ganz schön, aber das wirkt fast als Massage-Ersatz).
Zeit, die beiden ersten Hanoi-Tage noch mal ein bisschen Revue passieren zu lassen. Zwei Tage erst? Deutschland ist schon so weit weg! Zwei Tage schon? Was haben wir denn überhaupt gemacht?
Viel mehr "Hard Facts" zu Sehenswürdigkeiten kann ich gar nicht mehr nennen, eigentlich ist die Stadt selber genug Attraktion. Wir sind durch unzählige Altstadtgassen gelaufen, meist auf der Suche nach irgendwas aus dem Reiseführer oder um unsere weitere Route zu organisieren - anstrengend und teilweise nervig, aber unheimlich spannend weil es an jeder Ecke etwas Neues zu sehen gibt.
Zu Beginn haben wir am meisten gestaunt wie viele Personen (oder auch ein riesiges schmiedeeisernes Gartentor) man auf einem alten Moped transportieren kann. Oder wie wenig Utensilien und Platz auf dem Gehweg man braucht um eine Garküche aufzumachen. Das Wort Gehweg sollte man hier übrigens nicht wörtlich nehmen, er dient für alles Mögliche (Schaufensterauslage, Werkstatt, Küche, Wohnzimmer, Esszimmer, Mopedparkplatz, Mopedgegenspur in Einbahnstrassen usw.), gehen muss man auf der Fahrbahn.
Von all den Eindrücken am schönsten war das, was nicht im Reiseführer steht:
• Den alten Männern zuschauen, die in einer Tempelecke Mahjong spielen und dabei selber von Vietnamesen beobachtet und fotografiert zu werden;
• Das Gefühl der Lässigkeit, wenn man gelernt hat trotz 20 entgegenkommender Mopeds souverän eine große Straße zu überqueren
• Hinter einem Tor eine halbverfallene Pagode entdecken sowie der Vietnamese der uns voller Stolz eine neue riesige Buddhastatue aus Lehm zeigt
• abseits aller Touristenwege (ok, das ist eine positive Umschreibung für "wir sind in die falsche Richtung gelaufen und warum gibt es hier keinen verdammten Rikschafahrer") kleine Märkte finden wo kein Wort Englisch gesprochen wird und
• gemeinsam mit der Straßenhändlerin lachen wenn man einen fairen Preis für reife grüne Orangen erfeilscht hat (ich freue mich schon wenn es die Morgen zum Frühstück gibt!);
• der meditative Singsang der Betenden in der alten Kathedrale;
• das Glücksgefühl sich zum ersten mal an eine Straßenküche zu trauen und gleich eine großartig leckere
Frühlingsrolle zu erwischen!

Überhaupt, zum Essen haben wir noch gar nichts geschrieben. Die Sachen in den Garküchen sehen toll aus, und erst der Geruch! Aber wir haben es mit Rücksicht auf unsere Mägen langsam angehen lassen und erst mal in eher touristischen Restaurants gegessen - schließlich werden wir die nächsten fünf Tage in Zügen, Booten und auf Trekkingtouren verbringen! Das Restaurant am ersten Tag war nicht so erwähnenswert; heute war es dafür lecker - am besten waren wieder die Frühlingsrollen!

Genug ins IPhone getippt, jetzt habe ich die nötige Bettschwere erreicht. :-) Zum Glück gibt es an vielen Ecken freie WLAN-Netze, so dass ich diesen Text hoffentlich gleich morgen in den Blog stellen kann. Gute Nacht!

 








Reisetipps&Bewertung:
Gegessen haben wir im "Restaurant 69", 69 Ma May. Rein touristisch, d.h. schöne Atmosphäre, Essen nichts ausgefallenes, aber solide - also gut zum "Einsteigen".
Mehr zu Hotels und Transfers siehe vorigen Post für Hanoi bzw im nächsten Posts zu Sapa!

Montag, 12. September 2011

Hanoi - auf ins Getümmel

Tag 2 in Hanoi. Es regnet, und es ist heiß - Regenponcho an, aus, an, aus ;-)
Aber der Reihe nach: Wenn wir gestern Mittag dachten, wir wüssten, was ein vietnamesisches Hupkonzert ist - es geht noch viel besser und lauter. Gestern Abend war Mondfest und die Straßen waren ein einziges Meer von Menschen und Mopeds. Das Mondfest ist ein Kinderfest - es gab vor allem Masken, jede Menge Kitsch und Kinder, die mit Seifenblasenmaschinenpistolen ihre Vietcong-Gene auslebten. Alles war total bunt, überall fröhliche Gesichter. Ein faszinierendes Durcheinander, dass uns komischerweise völlig entspannt hat.
Das Verkehrschaos hat uns leider so lange beschäftigt, dass der empfohlene Massagesalon seine Tore vor unserer Nase geschlossen hat. Ehrlich gesagt, haben wir gestern sowieso recht viel Zeit mit rumlaufen und der Organisation der nächsten Tage verbracht.
Heute waren wir bei Onkel Ho (Chi Minh) und im Literaturtempel. Dies ist eine wunderschöne alte Tempelanlage und Vietnams erste Universität - natürlich mit Konfuzius-Altar. Außerdem haben wir unsere erste Cyclo-Fahrt (Fahrradrikscha) durch Hanoi überlebt und die Abzocke des Fahrers erfolgreich abgewehrt. Nun sitzen wir wieder in einem Café...
Heute Abend geht es mit dem Nachtzug nach Sapa in die Berge. Dort bleiben wir 2 Tage zum "Light Trekking" (wir haben ja schließlich Urlaub), bevor es dann wieder mit dem Nachtzug nach Hanoi geht.




















Reisetipps & Bewertung:
Das Hotel hatten wir schon aus Deutschland gebucht, und dann auch den Flughafentransfer direkt beim Hotel. Das war schön stressfrei bei der Ankunft! Unser Hotel, Hanoi Capital, war nicht schlecht, aber auch unbedingt erwähneswert: Zimmer ordentlich, Frühstücksraum aber sehr stickig und spartanisch, dazu sehr aufdringliche Verkaufsversuche des Hotelchefs.

In Hanoi gibt es genug zu sehen, da werdet Ihr schon was finden :-) Schön ist es, sich durch die Straßen rund um die Hang Cot nördlich der Altstadt treiben zu lassen, hier war es weniger touristisch. Ein paar Impressionen findet Ihr noch im Post "Durch die Nacht".

Was wir beim nächsten Mal anders machen würden: Uns zu Hause genauer überlegen wie wir die ersten Tage (speziell die Trips nach Sapa und zur Halong-Bucht) gestalten wollen und uns dazu möglichst viele Infos zusammenzusuchen - hier haben wir gedacht "wir schauen einfach vor Ort", dies war dann aber doch recht anstrengend und hat uns einige Zeit gekostet.
 Prinzipiell ist es aber eine gute Idee, sich vor Ort einmal das Büro eines Reiseveranstalters anzuschauen bevor man dort einen mehrtägigen Ausflug bucht, dann bekommt man einen Eindruck ob das Ganze seriös aussieht. Wir haben uns für den Sapa-Trip "Ocean-Tours" in der No 22 Hang Bac Str ausgesucht (in der Nähe gibt es noch zig andere Anbieter zum Vergleichen) und waren zufrieden - mehr dazu im Sapa-Post.
 Später auf der Reise sehr zu schätzen gelernt haben wir die Bia-Hoi-Buden (kleine Straßenläden mit frischgebrautem Bier), günstig, authentisch vietnamesisch und lecker! In Hanoi wohl besonders lecker, denn dort waren wir immer zu spät dran, abends war schon alles ausgetrunken...