Freitag, 23. September 2011

Der Traveller neue Kleider (Hoi An's Schneider und My Son's Ruinen)


Aufmerksame Blogleser mögen sich vielleicht schon gewundert haben: "Sie schreiben gar nichts mehr über das Wetter, gibt es da vielleicht etwas zu verheimlichen?" In der Tat. Es fing in Hue mit einzelnen heftigen Wolkenbrüchen an, hier in Hoi An hat es dann zu Beginn den ganzen Morgen geschüttet und heute regnet es fast ununterbrochen wie aus Eimern; die Straßen haben sich in Bäche verwandelt. Natürlich nervt der Regen, ist aber nicht ganz so schlimm: Es ist immer noch sehr warm, es gibt hier ja die ganzen netten Cafés und bei knallender Sonne ist an Besichtigungen eh nicht zu denken. Schade ist allerdings, dass sich um uns herum jede Menge schöne Strände befinden - die haben wir leider abgehakt und für morgen (Samstag) einen Flug nach Saigon gebucht, in der Hoffnung auf besseres Wetter.

Aber wir sind ja nicht aus Zucker und haben heute wieder einen in Kultur gemacht. 45 km entfernt von Hoi An liegt die alte Tempelanlage "My Son" - die heiligste Stätte der Cham (wie so vieles hier UNESCO Weltkulturerbe), errichtet zwischen dem 3. und 13. Jahrhundert. Von den ehemals 70 Gebäuden stehen heute nur noch 20 - die Amis haben im Vietnamkrieg ganze Arbeit geleistet. My Son gehört zum Standardprogramm, daher haben wir heute zum ersten Mal "Massentourismus" erlebt. Schade, da es ein mystischer Ort wäre, wenn nicht überall pinke Regencapes die Sicht versperren würden.












Im letzten Post haben wir bereits vom Schneidern berichtet und das wir ordentlich zugeschlagen haben - das ist unsere Ausbeute:
  • 2 Anzüge,
  • 2 Mäntel,
  • ein Kleid
  • ein Hemd und eine Bluse.
Das alles für 247 $ (184 €). Heute waren zweite und dritte Anprobe, die letzten Kleinigkeiten wurden geändert, und jetzt passt alles. Und die Sachen sind soo schön :-) Eigentlich wollten wir ja im heutigen Post stolz Fotos unserer neuen Kleider vorführen; das ging dann aber alles so schnell mit anziehen, wieder ausziehen und dann weiter mit dem nächsten Kleidungsstück, dass wir die Fotos völlig vergessen haben. Kaum das wir unsere Errungenschaften in den Händen hielten, mussten wir sie auch schon wieder abgeben.  Da wir ja schlecht alles im Rucksack durch Vietnam tragen können, haben wir den Schneider beauftragt ein Paket  nach Hause zu schicken. Ein mulmiges Gefühl haben wir schon, hoffentlich wird unser Vertrauen nicht enttäuscht.



Reisetipps & Bewertung:
Unsere Kleider haben wir bei "Thu Thao", 32 Tran Ph Street, Maßschneidern lassen; und wir sind sehr zufrieden. Der Ablauf ist einfach: Anhand der Musterstücke im Laden erklären was man möchte - Details wie Art der Knöpfe, Taschen, Nähte, Stoffe und Farben kann man nach Wunsch festlegen - dann feilschen und vermessen lassen. Am nächsten Tag mittags wiederkommen, anprobieren, sagen wenn etwas noch nicht gefällt, dann wird nachgebessert, und abends sind die Sachen endgültig fertig. Als Anzahlung haben wir uns auf max 30% geeinigt, dann hätten wir im Problemfall noch ein Druckmittel gehabt.
 Generell gilt: Je mehr man kauft, desto besser lässt sich handeln, also besser alles in einem Laden kaufen - im Zweifel auch einfach mal aus dem Laden gehen wenn die Verhandlungen stocken, das senkt den Preis noch mal deutlich :-)
Da wir drei Tage in Hoi An hatten, haben wir abends direkt einen "Probeanzug" schneidern lassen, und als wir dann am nächsten Tag gesehen haben, dass die Qualität gut war haben wir richtig zugeschlagen... Weil wir dadurch aber keine Zeit mehr hatten, um die Sachen zum Postamt zu bringen, haben wir die Teile vom Laden verschicken lassen. Bequem, aber dafür etwas teurer als wenn man selber zur Post gegangen wäre. Und es heißt Vertrauen zeigen dass die Sachen auch ankommen. Wir haben die günstigere Seefracht gewählt, und es hat dann quälende drei Monate gedauert bis das Paket da war - aber dann war alles gut!
Noch billiger kann man sich Kleidung in der Markthalle machen lassen, aber da gibt es keine Musterstücke und man sollte genaue Vorstellungen haben was man will, am besten Fotos oder Kataloge mitbringen. Das war uns aber zu stressig...
 Den Trip nach My Son haben wir mit einer Tour gebucht - dort selber mit Mopeds hinzufahren war uns zu anstrengend. Voll ist es dort sowieso, und da die Anlage (zumindest der halbwegs erhaltene Teil) eh nicht so groß ist reichte die Zeit mit der Tour auch locker aus. Es lohnt auf jeden Fall hinzufahren, weil es noch mal ein ganz eigener Aspekt frühvietnamesischer Geschichte ist!
 Die Tour und auch den Transfer zum Flughafen haben wir bei "Mr. Thanh" gebucht, er betreibt einen Buchladen mit Reisebüro. Der Mann ist großartig skurril, statt per Computer organisiert er alles mit ausladenden Gesten per Telefon, großes Kino abgesehen davon dass er recht günstig war und unser Tourbus halbwegs modern war! Flüge haben wir Online selber gebucht - 2 Tage vor Abflug war es kein Problem einen billigen Flug zu bekommen (es lebe die Nebensaison). 

Mehr Tipps zum Kochen und zum Hotel im vorigen Post!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen